Rote Blaupausen – Eine kurze Geschichte der sozialistischen Utopien

von Wolfgang Both

Vor über 130 Jahren erschien der Roman Ein Rückblick aus dem Jahr 2000 auf 1887 von Edward Bellamy, ein Werk, das die soziale Frage aus Sicht des revolutionären Proletariats in der Industriegesellschaft aufgriff. Neben diesem Werk werden Romane aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Russland und England vorgestellt. Heute noch relevante Fragen wie die nach der gerechten Verteilung des sozialen Reichtums, dem Zugang zu Bildung für alle, den Rechten der Frauen, der Rolle von Wissenschaft und Technik in unserer Gesellschaft oder der Energieversorgung werden in diesen Vorschlägen für eine bessere Welt beleuchtet. Portraits der Verfasser ergänzen die Zusammenstellung.

Sowohl die sozialistische als auch die bürgerliche Literatur­kritik haben diese Spielart der Utopien bisher immer ignoriert, ja abgelehnt. Die Sozialisten selbst verhängten ein »Bilderverbot« über den zukünftigen sozialistischen Staat. Doch die utopischen Werke durchbrechen dieses Verbot, ­regen auch heute zur Diskussion an und liefern ­Blaupausen für die Zukunft.


»Rote Blaupausen wendet sich nicht nur an den Utopieforscher, sondern an alle, die sich für Veränderungen einsetzen. Das Buch belegt die Aktualität der sozialistischen Utopie und regt zur Diskussion an. Wenn wir heute neue Utopien und Visionen benötigen, dann kann dieses Werk als eine Quelle und als ein Bezugspunkt dienen. Die sozialistischen Utopien haben ihre Brisanz im Positiven wie im Negativen nicht verloren.«
— Karlheinz Steinmüller

»Ein empfehlenswerter Wegweiser zu alten und neuen Utopien.«
— Dirk Jürgensen

»Seitdem sind viele Utopien verfasst worden, und auch die Literaturwissenschaft hat sich diesen Staatsromanen zugewandt. Aber eine Betrachtung der sozialistischen Gesellschaftsentwürfe und ihrer Verknüpfungen mit dem Industriezeitalter fehlte bisher. Wolfgang Both schließt mit seiner kurzen Geschichte der sozialistischen Utopien Rote Blaupausen diese Lücke.«
— phantasik-news.de

»Verdienstvoll ist, dass nicht nur die bekannten Utopien und Dystopien (Bellamy, Hertzka, London, …) betrachtet werden, sondern auch unbekannte Romane (Giesecke, Bolle, Doberer, Neupauer, …).«
— Quarber Merkur


Inhalt:

– Interessieren Sie sich für Utopien?
– Die sozialen Utopien – Kritik der Gegenwart oder Blick in die Zukunft?
– Die industrielle Revolution und die proletarische Revolution
– Die sozialistische Gesellschaft im Spiegel der sozialen Utopien
– Revolution oder Tod
– Die Diktatur des Proletariats
– Expropriiert die Expropriateure!
– Die Kulturrevolution
– Wir brechen das Bildungsprivileg!
– Kampfgefährtin und Geliebte – die Frau in den sozialistischen Utopien
– Wissenschaft, Technik und Automation sichern die proletarische Revolution
– Recht und Moral
– Religion ist das Opium des Volkes
– Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
– Krieg dem Kriege!
– Individuum und Gesellschaft, Partei und Kollektiv
– Der neue Mensch
– Wann beginnt die sozialistische Zukunft? Prognosen von Edward Bellamy bis Mack Reynolds
– Das sozialistische Bilderverbot und die Ablehnung der Utopie
– Ist die Utopie tot?
– Unbekannte Biografien
– Literaturverzeichnis

ANHÄNGE
– Robert Havemann: Morgen (1980)
– Edith – oder die mörderische Frage, wer bei wem abschrieb
– Stichwortverzeichnis
– Personenverzeichnis

Leseprobe

Erweiterte Neuausgabe

Klappenbroschur | 305 Seiten | € 18,90
ISBN 978-3-948616-50-2

E-Book | ca. 305 Seiten
ISBN 978-3-948616-51-9

Dieses Buch erscheint am 17. März 2021.

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Wolfgang Both (*1950) entdeckte mit 13 Jahren die Romane von Jules Verne. Seitdem interessiert er sich für Science Fiction und Raumfahrt. In zahlreichen Publikationen und Artikeln hat er sich diesen Themen zugewandt. So ist er Mitautor mehrerer Werke über das Science-Fiction-Fandom in der DDR. Gerade erschienen ist seine Geschichte der frühen Raumfahrtentwicklung in der Weimarer Republik ­Kulturaufgabe Weltraumschiff.

Für Rote Blaupausen wurde Wolfgang Both mit dem Kurd Laßwitz Sonderpreis ausgezeichnet.